Zum ersten Mal hatten die Katholische Pfarreiengemeinschaft Oberwesel-St. Goar und ehrenamtliche Organisatoren aus der ökumenischen Flüchtlingshilfe St. Goar-Oberwesel am 29. 04. 2018 zu einem Fest der Kulturen auf den Marktplatz in Oberwesel eingeladen.

Das herrliche Wetter mit sommerlichen Temperaturen lockte über 400 Besucher auf den Marktplatz und viele blieben bis zum Ende um 18.00 Uhr.

Sich austauschen, sich kennenlernen, aufeinander zugehen, die kulturelle Vielfalt in der Verbandsgemeinde St. Goar-Oberwesel zu erleben, das waren die erklärten Ziele der Initiatoren.

Zur Eröffnung des Festes stellte Verbandsbürgermeister Bungert in seiner Funktion als Schirmherr sehr deutlich heraus, dass rechtsradikales Gedankengut in der Verbandsgemeinde St. Goar –Oberwesel keinen Platz habe. Er habe die Schirmherrschaft sehr gerne übernommen, denn es komme darauf an, einen Beitrag dazu zu leisten, Fremdes als Bereicherung zu erkennen und  Brücken zu bauen zwischen Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturen.

Stadtbürgermeister Port dankte allen ehrenamtlichen Helfern und wies darauf hin, dass die Stadt das Fest von Anfang an gerne mit der Bereitstellung entsprechender Infrastruktur unterstützt habe, und er überreichte den Organisatoren noch einen Geldbetrag zur Finanzierung.

Auch der Vorsitzende des Migrationsbeirates des Rhein-Hunsrück-Kreises, Tahir Sucubasi, betonte die Bedeutung solcher Veranstaltungen und dankte den Ehrenamtlichen für ihr Engagement.

Die Ziele der Initiatoren, nämlich Begegnungen und Dialoge zu ermöglichen, spiegelten sich sowohl im Programm als auch in der kulinarischen Vielfalt der Speisen.

Ein reichhaltiges Buffet mit Speisen aus verschiedenen Ländern ließ die integrative Ausrichtung erkennen. Die exotischen und heimischen Gerichte kamen bei den Besuchern gut an, sodass für die kostenlos angebotenen Speisen großzügig gespendet wurde.

Eine Gitarren- und Gesangsgruppe aus dem Café Global, bestehend aus Geflüchteten und Einheimischen,  brachte in den Liedern zum Ausdruck, dass wir Menschen alle verschieden sind, aber das Leben dadurch gerade bunt und vielfältig ist und dass man sich dafür einsetzen sollte, “ dass aus Fremden Nachbarn werden“!

 

Mit einem bunten Bühnenprogramm sorgten die Organisatoren für kurzweilige und abwechslungsreiche Unterhaltung. Dabei präsentierten Künstler aus verschiedenen Nationen, wie man in ihrem Heimatland Musik macht oder tanzt.

Die Besucher konnten temperamentvolle Tänze junger Afghanen erleben, aber auch den eher leiseren Tönen lauschen, die die beiden aus Afghanistan und Nordsyrien stammenden Musiker der Gruppe Tonspuren musikalisch hervorragend darboten.

 

Die Tanzgruppe Danza Vosolvia aus Oberwesel, die in ihren farbenprächtigen, historischen Kostümen auftrat, lud zum Mittanzen ein und einige, u. a auch muslimische Frauen, folgten der Einladung.

Der Projektchor aus Urbar unter Leitung von Matthäus Huth zeigte eindrucksvoll, dass man auch in kleiner Besetzung gesanglich überzeugen kann.

Zweifellos war der Auftritt von Menna Mulugeta der Höhepunkt des Tages. „Wenn man das hier sieht, könnte man meinen, dass es mit dem Frieden doch noch klappen könnte“. Mit diesen Worten eröffnete sie ihr großartiges, fast einstündiges Konzert.

Menna Mulugeta ist äthiopischer Herkunft, aber in Weiler bei Bingen aufgewachsen. Mit ihrer kraftvollen Stimme, die viele Klangfarben aufzubieten hat, begeisterte sie das Publikum. Sie wurde begleitet von ihrem Gitarristen Gernot Blume.

Gegen Ende der Veranstaltung konnte der Kinderchor unter der Leitung von Lukas Stollhof noch einmal die Stimmung anheizen, denn die Kinder zeigten einmal mehr bis in ihre Mimik und Gestik hinein, mit welcher Freude sie bei der Sache waren.

Neben dem Bühnenprogramm gab es ein interessantes Rahmenprogramm, mit dem vor allem auch Kinder angesprochen wurden. Während einige am Malworkshop teilnahmen, angeleitet von Armin Thommes, beteiligten andere sich an der Stadtrallye, die von Franziskus Weinert und Natalia Natalia Niño Infante ausgearbeitet worden war.

Die DJK unter Leitung von Carina Bappert bot eine Vielzahl an kleinen sportlichen Aktivitäten an, die auch begeistert angenommen wurden, so auch die Wasserspiele der Jugendfeuerwehr Perscheid.

Ein Infostand des Kastellauner Eine-Welt-Ladens gehörte ebenso zum Rahmenprogramm wie ein Infomobil der Kolping Roadshow Integration, das Informationen über Flucht, Migration und Integration präsentierte, aber auch Spiel- und Mitmachaktionen bereithielt.

Die mehrsprachige Stadt- und Museumsführung kam aufgrund des großen Angebotes an anderen Aktivitäten nicht zustande. Sie wird zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden. Der Termin wird noch bekanntgegeben.

Alles in allem waren es sehr viele Helfer, Unterstützer und Akteure, die schließlich  zum Gelingen des Festes beigetragen haben.

Die Organisatorinnen, Tanja Paschek und Rita Becker-Demel, dankten allen Sponsoren, Partnern, Unterstützern und Mitwirkenden.